SOUTH COAST 200

Mull of Galloway lighthouse

"Mull Of Galloway"

an einem klaren Tag sieht man 6 Länder vom Mull aus

Aus dem Gälischen von “maol”, ein abgerundeter Berg, Gipfel ohne Bewaldung. Der Mull of Galloway ist all dies und hinzufügend auch noch verlassen und sagenhaft schön. Sie beginnen Ihre Tour am Leuchtturm mit der See zu Ihrer rechten Seite. Diese wird nun für 200 Meilen/ 322 km immer dort zu finden sein, bis Sie die Grenze mit England bei Gretna Green erreicht haben.  Am Mull sind Sie für einen Moment die südlichste Person in Schottland.  Sie steigen auf Ihr Rad, rollen den Berg hinab, dann wieder ein wenig rauf und werden dann die schier gigantischen Klippen zu Ihrer linken und rechten Seite sehen können. Dann wird die Küste sich zu einem feinen Strich aus sandigen Buchten im Horizont entwinden.

Das Leben ist langsam, Geschichte ist allgegenwärtig. Sie werden uralte Steine, Burgen und Klöster und genug Pubs, und Cafes in den 30 oder so kleinen Städtchen und Dörfern sehen und erleben. Und all das macht diese Tour so authentisch, erlebnisreich und reizvoll.

Mit einem Terrain von schroff und verlassen, vergleichbar mit Cornwall in Südengland, bis zu den rollenden und pastoralen Regionen, gibt es immer etwas neues zu entdecken. Sie kommen an prähistorischen Anlagen, Naturreservaten, jede Menge Burgen und ein paar Klöster vorbei.  Sie werden den weiten Ausblick auf Irland, die Insel Isle of Man und die dramatischen Berge des Lake Districts haben.  Lassen Sie sich Zeit, die goldenen Strände und versteckten Buchten zu erkunden, in denen auch schon die alten Wikinger, Piraten, Schmuggler und die frühen Christen an Land gingen.

Die Tour wurde von uns so zusammengestellt, dass Sie eine Woche gemütlich radeln, ca. 30 Meilen / 50 km pro Tag. Wir haben ruhige Strassen für Sie rausgesucht. Sie werden zeitweise die ganze Straße für sich haben. 

Falls Fahrradtouren etwas Neues für Sie sind: dies ist eine wirklich empfehlenswerte Tour, fuer Novizen. Falls Sie etwas für Wohltätigkeitszwecke tun wollen, so ist dies ein Projekt, was Sie gesucht haben. 

Geniessen Sie die Fahrt, wir haben für Sie alles geplant. Wir transportieren Ihr Gepäck und wir sind für Sie da.  Deutsch ist kein Problem, Esther ist Deutsche.

Wenn Sie Glück haben, können Sie 6 Länder sehen : Nordirland, die Republik Irland, Schottland, England, Wales, und natürlich die Isle of Man - WOW!

7 Tage

Um die 30 Meilen/ 50km pro Tag und genug Zeit, um die Rosen zu riechen und durch Bücher zu stöbern.


Leistungen inklusive

Transport vom Bahnhof in Lockerbie zur ersten Unterkunft in Drummore und von Gretna Green wieder zurück zum Bahnhof.

  • persönliches Willkommen mit Fahrradübergabe und Erläuterung der Routen und Sehenswürdigkeiten.

  • 7 Übernachtungen mit Frühstück in kleinen Hotels und B&Bs

  • Gepäcktransport

  • Karten und Führungsmaterial

Nicht im Preis

  • Fahrräder:

    Hybrid : £20 pro Tag pro Rad, E-Bike: £30 pro Tag pro Rad

  • Mittag- und Abendessen

  • Eintritt zu Sehenswürdigkeiten.

Terrain der Tour

Dies ist eine individuelle Tour. Wir geben Ihnen das Kartenmaterial und Toureninformationen. Wir werden aber für Sie zur Stelle sein, falls Sie Hilfe brauchen sollten.

Die Tour geht an der Küste der Solway Coast entlang. Der erste Abschnitt ist meistens flach bis leicht hügelig. Von Newton Stewart bis New Abbey ist es anspruchsvoller, mit 2 steilen Steigungen, die aber nicht lang sind. Ab Drumfries ist es flach. Nicht schlecht fuer 322 km!

Ein wenig Kondition ist ratsam. Alles wunderbar fahrbar auch für den Freizeitradler und Reiseradler.

Daten

Flexibel, von April bis Oktober

Bitte besprechen Sie mit uns die Tourdaten. In einigen (abgelegenen) Regionen sind die Restaurants und Cafes an bestimmten Tage geschlossen.

 

Routenbeschreibung


Tag 1

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Ankunft in Lockerbie/Dumfries und transfer zum Mull of Galloway

Der Leuchtturm, auch als Stevenson-Turm bekannt, er wurde von Robert Stevenson (Großvater von Robert Louis!) erstrahlte zum ersten Mal am 26. Maerz 1830. Bill Frazer, Leuchtturmwärter von 1971-75, traf den Nagel auf den Kopf als er sagte: “Ich liebe diesen Ort. Du siehst Schottland, Irland, Isle of Man, und das Reich des Himmels”. 93 Stufen und 2 Leitern muss man überwinden, um zur Aussichtsplattform zu kommen. Jeder Anstrengung wert.

Gaillie Craig Coffee House ist mit nur einigen hundert Meter vom Leuchtturm entfernt,  das südlichste Cafe in ganz Schottland mit fantastischen Ausblicken übers Meer. Die Felsklippen auf beiden Seiten des Mulls sind Nistplätze für eine Vielzahl von Vögeln. Auf dem Land ringsum sind dutzende von historischen Stätten: Forts, Standing Stones, Grabstätten und Kirchen (verfallen und gut erhalten).


Drummore hat ein Cafe, Laden und Pub. In den 1870er Jahren hat man hier Gold gefunden. Der Rausch ging aber nie über ein paar Flocken hinaus. Die ganze Region hat den Charm und und Gelassenheit der Äußeren Hebriden (Inselgruppe in nordwest Schottland). Sie ist reich an archäologischen und historischen Überbleibseln, wie Standing Stones, Türmen und alten Motts und zeugen von sehr aktiven Jahrtausenden.  


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Mull of Galloway (Drummore) > Port William, 64.3km

Logan Botanic Garden wird häufig als “ein unerwartetes Vergnügen” bezeichnet. Es hat ein Cafe und ist nicht weit von Ihrer Route. Der Garten ist von nationaler Wichtigkeit. Die Anlagen sind grandios gestaltet und zeigen die wunderbare Pflanzenvielfalt, die in diesem gemäßigten Klima gut gedeiht, aber selten erwartet wird.

In Ardwell haben sie eine Wahl: entweder einen kleinen Umweg zu den Kirkmandrine Stones oder geradeaus weiter. Falls Sie die extra Meilen machen, werden Sie eine der wichtigsten und mysteriösesten christlichen Stätten finden. Kirkmandrin Church ist auf einem kleinen Berg, welches das Land und die See überschaut und behaust eine Kollektion der frühesten Steine (ca. 500 vor Christi) mit christlichen Motiven, die je in Schottland gefunden wurden.

Glenluce Abbey, oder was davon übrig ist, steht im Herzen einer wunderbaren Landschaft, in den Tälern des Flusses Luce. Ein gut erhaltenes Stück Zisterzienser Architektur aus dem 13.Jh. Man sagt, dass es hier ganz doll spukt.

Chapel Finian wird häufig als entzückt und malerisch bezeichnet. Die Kapelle wurde zwischen 900 und 1000 vor Christi gebaut, wahrscheinlich als Rastplatz für Pilger auf ihrem Weg zur Withorn Priory (Propstei). Auf dem dahinter liegenden Berg wurden Stone Circles, Cairns (Hügelgräber) und verlassene Gehöfte gefunden; ein Zeichen, dass es hier schon seit tausenden von Jahren religiöse und landwirtschaftliche Aktivitäten gab. Freuen Sie sich nun auf die nächsten Meilen, die für viele die bemerkenswertesten der ganzen SC200 Strecke waren.

Port William. Der ursprüngliche Name war Killantrae, was soviel wie “ Kirche am Ufer” im Gälischen bedeutet. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Ort nicht lange nach St. Ninians (Bischof im 4./ 5.Jh) Ankunft im naheliegenden Withorn im 4.Jh gegründet wurde. Was man heutzutage allerdings vorfindet, ist eine wohlstrukturierte Kleinstadt, die von Sir William Maxwell um 1775 gebaut wurde. Das 18.Jh war auch das goldenen Zeitalter des Schmuggelhandels, von dem dieser Landstrich sehr profitierte.  

Ein Stückchen weiter ist dann White Loch of Myrton mit einem Crannog, der noch gut erkennbar ist. Crannogs sind Wohninseln, die in Schottland rund 5000 Jahren Verwendung fanden - die letzten wurden noch im 17. Jh. benutzt.


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Port William > Wigtown , 40km

Whithorn - Kloster und Bistum des angelsächsischen Königreichs von Northumbria im 8.Jh. Es lohnt sich wirklich, den kleinen Abstecher in diese Stadt, zu machen, um das Museum und das nachgebaute Haus aus der Eisenzeit zu besichtigen. Whithorn wird häufig als “die Wiege des Christentums in Schottland” bezeichnet. St. Ninian, der hier Bischof war, wurde schon 200 Jahre vor St Columba von Iona erwähnt. Die Stadt in einer heutzutage verlassenen Ecke Schottlands zu liegen, ist aber archäologisch von höchster internationaler Bedeutung. Whithorn hat auch ein Cafe im Touristenzentrum.

Isle of Whithorn ist ein hübsches Dorf, dass durch den kleinen aktiven Hafen belebt wird. Wenn Sie zu St. Ninians Kapelle gehen, der nur ein Katzensprung entfernt ist, gehen Sie auch die Pfade von tausenden Pilgern, die hier über Jahrtausende Schottland besucht haben. Im Village Hall ist ein gutes Cafe. Oder Sie genehmigen sich einen Pint Bier im Steam Packet Inn und überwachen das Geschehen im Hafen.

Garlieston - ein weiteres nettes Fischerdorf . Das Gasthaus Harbour Inn hat sehr gute Bewertungen. Auf dem Dorfplatz ist ein Gedenkstein errichtet, welches der Rolle Galiestons zwischen 1943-44 gedenkt. Hier wurden die Ideen und Strukturen ausgetestet, die dann als sogenannten  schwimmende “Mulberry Harbours” berühmt wurden. Diese wurden gleich nach dem D-Day (militärische Operation, in der die Briten in der Normandie landeten) installiert und waren Plattformen für die Nachschubversorgung für die Schlachten in Frankreich.

Baldnoch ist ein wichtiger Punkt auf Ihrer Tour. Die Distillerie dort ist die südlichste in Schottland und wurde 1817 von John und Thomas McClelland gegründet. Nach immensen Investitionen vor ein paar Jahren ist die Distillerie nun wieder in Betrieb und produziert einen hervorragenden Whisky. Wenn Sie aus dem Dorf rausfahren, halten Sie Ausschau nach dem Standing Stone, der in den Steinwall eingearbeitet wurde.


Wigtown (im schottischen Gälisch: Baile na h-Ùige) war früher eine königliche Burg im Bezirk Wigtownshire. Nach all den ruhigen Gegenden Ihrer bisherigen Reise, ist Wigtown beinahe schwindelerregend. Mehrere! Buchläden, Cafes und Läden liegen um den zentralen Bowlingrasen der Stadt herum. Wigtown wird als die “Book Town Schottlands” gefeiert. Jedes Jahr im September ist hier der Himmel in Bewegung mit allem, was mit Literatur zu tun hat. Verkauf, Vorlesungen, Kulturaustausch - unvorstellbar, wenn man die Stadt in all den anderen Monaten besucht.


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Wigtown > Gatehouse of Fleet , 43.5 km

In Newton Stewart ist die Crafty Gin Destillerie, kurz bevor Sie in die Stadt reinkommen. Es ist ein toller Ort mit enthusiastischen Besitzern und Mitarbeitern. Newton Stewart ist eine der grösseren Städte für die Umgebung und wird auch als das Portal zu den Galloway Bergen bezeichnet. Falls Sie unterwegs Probleme hatten, irgendetwas einzukaufen, dies ist Ihre Chance. Die Stadt wurde nach ihrem Gründer William Stewart, Sohn des Earls of Galloway, benannt. Wenn für Newton Stewart die Baumwoll- und Teppichindustrie früher wichtig war,  so ist es nun das Lachs- und Forellenangeln im Fluss Cree. Und falls Sie das Ungewöhnliche und Eklektische lieben, besuchen Sie das exzentrische Stadtmuseum.

Creetown war im 19.Jh eine der reichsten Städte in Schottland, Diesen Reichtum hatte es dem grauen Granit zu verdanken, der hier abgebaut wurde. Der Stein wurde unter anderem in Londons Brücken und in den Liverpool Docks verwendet. Viel ist aber von diesem Reichtum nicht mehr zu sehen. Allerdings ist das Gem Rock Museum sehr zu empfehlen. Nicht nur, weil es dort ein Cafe gibt, sondern auch wegen der faszinierenden Mineralien und Fossilien die dort ausgestellt sind.


Gatehouse of Fleet bekam seinen Namen durch den Standort: der Fluss, Water of Fleet, läuft sich in der Wigtown Bay Bucht bei Fleet Bay aus. Sie werden sich wahrscheinlich schon an den spektakulären Aussichten bei der Einfahrt in die Stadt erfreut haben. Gatehouse of Fleet liegt im UNESCO Biosphären Reservat, auch die Architektur ist unter Erhaltungsschutz. Die Ruine von Cardoness Castle ist am Rande der Stadt und einen Besuch wert. Wir könnten aber auch Afternoon Tea in Cally Palace arrangieren, eine wunderbare kleine Tour im Wäldchen von Cally Woods ausserhalb der Stadt.


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Gatehouse of Fleet > Kippford , 66km

Borgue. Einer Legende zufolge, lebte hier ein Junge, der mit den Elfen kommunizieren konnte. Der Name Borgue (erstmals in 1462 als Borg erwähnt)  kommt aber aus dem Nordischen “borg” - von Burg, oder Festung. Von der Burg ist nicht viel übrig, aber das Dorf hat heutzutage einen guten Pub, in dem man Frühstück den ganzen Tag über bestellen kann - wenn man ganz freundlich fragt.

Kirkcudbright hat zwei bemerkenswerte Besonderheiten: 1) der Name dieser hübschen Stadt ist schwer auszusprechen - Kirkcudbright - /kərˈkuːbriː/ , oder Kirr-ku-brie,   und 2) diese Stadt ist durch eine Reihe ansässiger und besuchender Künstler auch als die “Künstlerstadt” (“Artist Town”) bekannt. Geben Sie sich genug Zeit, um in Galerien, Kunstläden und Cafes zu schlendern. Das neue Kunsthaus ist von nationaler Bedeutung: Galloway versucht, den Wikinger Schatz, der vor 3 Jahren nicht weit von Kirkcudbright gefunden wurde,  hier zu permanent auszustellen. Sie haben in Kirkcudbright die Auswahl an schönen Spazierwegen, einem Golfklub, Schwimmhalle und den besten Fish and Chips Laden in ganz Schottland (Polar Bites. Sie müssen eventuell reservieren). Im Juli und August ist jeden Donnerstagabend auf dem zentralen Platz eine kulturelle Aufführung mit traditionellen Tanzvorführungen und der Dudelsackkapelle.

Dundrennan hat eines der schönsten Klöster. Die Häuser in Dorf sind alle jünger als das Kloster und viele weisen Baumaterial aus den Ruinen auf. Der Blick auf das Kloster von der Strasse her ist einmalig. Sie haben nun die schwere Wahl, ob sie Kaffee und Kuchen vor oder nach dem Klosterbesuch zu sich nehmen wollen.

Palnackie ist gerade mal einen Sprung von Ihrer Route, aber den kleinen Abstecher wert. Es hat einen kleinen Dorfladen und einen Pub. Palnackie ist auch Ort des Weltflundertrampelns (World Flounder Tramping Championship). Der Hafen ist sehr fotogen und daneben ist eine kleine Galerie, bewohnt von liebenswerten jungen exzentrischen Künstlern, welche man ruhig kennenlernen sollte.

Dalbeattie (aus dem Gälischen: Dail Bheithe, was soviel wie “Tal der Birken” bedeutet). William McMaster Murdoch ist hier geboren und aufgewachsen und der bedeutendste Einwohner schlechthin. Er kam als erster Offizier auf die RMS Titanic und sank mit ihr in 1912. Eine Gedenktafel ist in den Mauern des Rathauses angebracht und ein Ehrenpreis wird in seinem Namen vergeben. Der Preis bekam vor Jahren eine großzügige Spende von James Cameron, dessen Film “Titanic” (1997) Murdochs Charakter sehr negativ darstellte, worüber sich die Einwohner Dalbeatties beschwerten!

Kippford hat einen kleine Yachthafen und ist eines Seglers Traum. Die jetzt kommenden Küstenregion wurde von den Viktorianern (Viktorianisches Zeitalter: zw. 1830 und 1900) als die “Schottische Riviera” bezeichnet.


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Kippford > Dumfries, 42km

Southerness hat eines der wichtigsten Wahrzeichen von Dumfries und Galloway. Der Luffness Leuchtturm wurde 1749 gebaut und ist der älteste in ganz Schottland. Er ist auch eines des am meist fotografiertesten Objekte der Region. Dieser Teil der Küste ist auch eine Paradies für Ornithologen, speziell im Herbst, wenn Zugvögel im naheliegenden Vogelreservat Mersehead ihr Winterquartier anfliegen. Sie radeln nun durch das Labyrinth der Landstraßen und kommen am Geburtshaus und Museum von John Paul Jones, Vater der Amerikanischen Navy, vorbei. Ein wenig weniger bekannter Fakt ist, dass Jones auch als Vater der Russischen Marine gesehen wird, bei denen er kurzzeitig “freiberuflich” tätig war.

Carsthorn liegt zwischen Solway Coast und Criffel, dem höchsten Berg an diesem Streifen Küste.  Das Gasthaus The Steamboat Inn ist ein wirklich guter Platz zum Essen und um die maritime Vergangenheit zu entdecken. Im 18.Jh war für tausende von Schotten dies der Hafen, an dem man Abschied von der Heimat nahm, um ein neues und besseres Leben in der neuen Welt zu finden.

New Abbey ist nun die dritte Ruine der großen Klöster am Solway. Das “New” (Neu) in seinem Namen kommt daher, weil die Zisterzienser schon das Kloster in Dundrennan hatten. Es ist auch als das “Sweetheart Abbey” in Anerkennung einer großen Liebesgeschichte bekannt. Die sagenhaft reiche Witwe Devorguilla ließ das Herz ihres Mannes, John Balliol, Vater des Königs von Galloway (auch ein John Balliol) einbalsamieren und in ein elfenbeinernes Kästchen einschließen. Für den Rest ihres Lebens trug sie dieses Herz immer bei sich. Devorguilla spendierte auch sehr grosszügig Geld zur Gründung eines Colleges in Oxford, was noch heute den Namen ihres Mannes trägt; Balliol College. Als sie dann selbst 1298 oder 1290 starb, wurden beide hier im Kloster begraben.


Dumfries ist Dumfries und Galloways Kresistadt und auch Süd-Schottlands größte Stadt. Nach all den entlegenen Dörfern und Städtchen kann dies wie ein Schock auf Sie wirken. Ein jeder, der an Literatur interessiert ist, wird hier begeistert sein. Robert Burns und J.M Barrie lebten hier im 18.Jh. Im Frühling 2019 wird hier auch ein neues Literaturzentrum in Barries Haus eröffnet.


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Dumfries > Gretna Green , 56.5km

Glencaple hat ein kleines Cafe am kleinen Hafen. Wir kamen einmal vorbei, als ein (ehemals) Russischer Eisbrecher hier festsaß. Der Eigentümer erzählte uns die Geschichten von exotischen Reisen, weltberühmten Besuchern und Drogenschmuggel. Ein wunderbares Segelschiff, dass nun auf eine sehr grosse Flut wartete, um wieder raus zu kommen.

Caerlaverock Castle ist  mit seinem Burggraben, doppeltürmigem Tor und den imposanten Zinnen, eine furchterregende Burg und der Inbegriff einer mittelalterlichen Festung. Eines der feinsten Burgen unseres Landes. Wenn Sie sich auch nur eine Burg auf der ganzen SC200 gönnen, dieses ist ein Muss. Caerlaverock wurde mehrmals in seiner Zeit belagert und erobert, wobei zwei Belagerungen bemerkenswert sind. An der ersten, Juli 1300, war kein anderer als Edward I, König von England, beteiligt.  Im Angesicht seiner überlegenen Armee, gab kleine Garnison schon nach 2 Tagen auf. Eine zeitgenössische Aufzeichnung der Ereignisse dieser Belagerung ist ein faszinierender Schatz Großbritanniens. Die zweite Belagerung in 1640, war auch Caerlaverocks letzte. Sie kam durch Lord Maxwells Loyalität mit Charles I, König von England und Schottland und Irland, während seiner Kämpfe gegen die Covenanters (eine Art Reformisten). Die Garnison hielt für 13 Wochen aus. Danach wurde die Burg geplündert und die grosse Südmauer zerstört, sodass Caerlaverock nie wieder als Platz einer Verteidigung genutzt werden konnte. Caerlaverock ist nun in der Obhut vom National Trust of Scotland, die dort auch ein kleines Touristenzentrum mit Cafe haben.

Ruthwell Cross wird als eines der wichtigsten überlebenden  Bildhauereien der Angelsachsen in Britain beschrieben. Es wurde im frühen 8. Jh. bearbeitet; in einer Zeit, in dem dieser Teil Schottlands in dem Königreich der Angeln von Northumbria lag. Nachdem es in zwei bilderstürmischen Perioden (16. und 17. Jh) entstellt und zerlegt und im lehmigen Fußboden der damaligen Kirche begraben wurde (1642), wurde seine Wichtigkeit endlich um 1818 wieder erkannt. Es steht nun geschützt in der Ruthwell Gemeindekirche. Seine immense Bedeutung liegt nicht nur in der bildhauerischen Arbeit, sonder auch in dem eingehauenem Text in Latein und Runensymbolen.

Annan ist für Sie die letzte Möglichkeit, eine Whisky Destillerie zu besuchen. 1836 gegründet, ist sie eine der ältesten noch aktiven Destillerien in Schottland. So nahe an der englischen Grenze, ist es somit auch die erster oder letzte Destillerie in Schottland. Annan an sich hat enge Beziehungen mit Robert de Bruce, König der Schotten von 1306 bis 1329.


Gretna hat durch seine geografische Lage die Ehre, die erste Stadt in Schottland zu sein. Dieser einfache Fakt hat der Stadt zu einem ungewöhnlichem Ruhm verholfen. Da das damalige schottische Gesetz eher liberale Vorschriften zur Eheschliessung hatte, wurde die Stadt Synonym für eine schnelle und einfache Trauung. Vieles in der örtlichen Wirtschaft wird auch heute noch durch die Hochzeitsindustrie bewegt. Nach einigen Unterlagen sollen hier angeblich eine von 6 schottischen Trauungen stattfinden. Der Besuch in der berühmten Schmiede ist ein Muss für jeden Liebhaber des Bizarren. Schmiede hatten damals das Recht, Eheschliessungen zu vollziehen.


tag 8

Abfahrt: Transfer von Gretna nach Lockerbie


Unterkunft